aktuelle Neuregelungen

Basel IV - Der Nebel lichtet sich

Basel III ist noch nicht vorbei. Und doch schiebt sich schon Basel IV ins Blickfeld. Welche Regelungen werden neu sein? Und vor allem: Wie wirken sich die neuen Anforderungen im Geschäftsalltag aus? Was kann CGI für Sie tun? Der Artikel gibt Antworten auf diese Fragen.

Basel IV? Dabei wird sich doch das Rollout von Basel III noch über Jahre hinziehen! Doch der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) konzipiert schon die Nachfolgeregelungen. Bei der Kalibrierung der risikogewichteten Kapitalunterlegung in Säule I zeichnet sich bereits ein recht klares Bild von Basel IV ab, das im Folgenden skizziert wird.

Warum kommt Basel IV?

Immer noch als Folge der Finanzkrise arbeitet die internationale Bankenaufsicht weiter diese Bereiche auf:

  • internationale Vereinheitlichung der Regeln (level playing field) und Vergleichbarkeit der Berechnungsergebnisse (same risk, same capital requirements)
  • Forcierung und Ausweitung der Offenlegungspflichten zur Steigerung der Marktdisziplin
  • Entschärfung der Abhängigkeit von externen Ratings bei der Beurteilung von Kreditrisiken
  • Verbesserung der Risikosensitivität bei den Standardansätzen und Zurückdrängung der Internen Modelle (IM) – generell und hinsichtlich der Methodenvielfalt
  • im Kern auch eine mehr oder minder deutliche Anhebung der Kapitalbedarfe.

Dabei kristallisiert sich zunehmend heraus, dass

  • nationale Wahlrechte eingeschränkt werden,
  • Risikomodelle in die Säule II verbannt und reglementiert werden sowie
  • auch bei der Bestimmung der Mindestkapitalbedarfe auf Stress-Szenarien als Beurteilungsgrundlage zurückgegriffen wird.

Dies geht mit einer weiteren Aufblähung der meldepflichtigen Datenhaushalte einher, während die Harmonisierung zwischen Rechnungslegung/Finanzdaten, Bankenstatistiken und aufsichtsrechtlichen Angaben nur sehr schleppend voranschreitet.

Was bringt Basel IV?

Die Grafik I gibt einen Überblick über die BCBS-Initiativen rund um das Jahresende 2014.

(Grafik I als PDF Download)

Gerade zur Ermittlung der risikogewichteten Aktiva (RWA – risk weighted assets) werden die Regeln für alle wichtigen Risikoarten überarbeitet. Aufgrund des Umfangs der Revisionen prägt sich daher zunehmend der Begriff Basel IV aus. Die Tragweite ist nicht zu unterschätzen: Immerhin plant Basel, die Standardansätze auch für die Anwender Interner Modelle als Floor-Kennzahl zu verwenden.
Auf die IM-Institute rollt somit doppelter Umsetzungsaufwand zu. Von einer „Schonfrist“, bis die bereits avisierten Eingriffe in die Internen Modelle-Regeln konkretisiert werden, kann also keine Rede sein.

Grafik II veranschaulicht die aktuellen Maßnahmenpakete:

(Grafik II als PDF Download)

Besonders die Neuregelungen zum Kreditrisiko-Standardansatz (KSA, CR-SA – credit risk – standardised approach) sollten frühzeitig und intensiv beachtet werden. Denn es gibt einige wesentliche Änderungen, die gänzlich neue Risikotreiber und damit deutliche Komplexitätszuwächse mit sich bringen.

Grafik III schlüsselt die bisherigen Baseler Entwürfe zu den jeweiligen KSA-Forderungsklassen auf und skizziert die Veränderungen bei den Risikogewichten.

(Grafik III als PDF Download)

Was bedeutet Basel IV für die Praxis?

Übergreifend lässt sich feststellen, dass auf die Institute ein Mehrbedarf an Eigenkapital alleine aus den Neukalibrierungen der künftigen Standardansätze zukommt. Vor allem der Umsetzungsaufwand und die Kosten des laufenden Betriebs werden durch die Novellierungen auf dem hohen Niveau der letzten Jahre verharren. Dabei führen die Modelländerungen zu potenziell erheblichen Anpassungsbedarfen in den Liefer- und Zwischensystemen sowie natürlich auch in den Anwendungen und Prozessen zur Meldungserstellung.

Durch die zunehmenden Publizitäts-/Offenlegungspflichten im Rahmen der Säule III, sowohl aufgrund des steigenden quantitativen Umfangs als auch durch die geplante unterjährige Frequenz, entsteht ein markanter Kostenfaktor. Denn neben der Einbindung von aufsichtsrechtlichen Angaben in die Prozesse zur Finanzberichterstattung im Accounting ergeben sich ja auch umfangreichere und aufwändigere Auditierungs- und Qualitätssicherungsbedarfe. Dazu werden die hausinternen Strategien und Prozesse adjustiert werden müssen.

Es ist zu empfehlen, die Budgetbedarfe (Zeit, Kosten, Ressourcen) frühzeitig in den mehrjährigen Businessplanungen und IT-Strategien zu berücksichtigen.

Basel IV und CGI

Unsere Experten unterstützen Sie gerne dabei, Ihre individuellen „Baustellen“ präzise zu erkennen und maßgeschneiderte Strategien abzuleiten. Auch bei einer späteren Umsetzung in Ihren IT- und Prozessarchitekturen ist CGI mit seinen gestandenen Beratern plattformübergreifend der richtige Partner für Ihre Projekte.


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01.04.2015
Kategorien:
Ausgabe 11 - 2015
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