Authentifizierung

E-Identity: Eine Riesenchance für Banken

Die Bank als zentraler E-Identity-Partner. Klingt verlockend. Nicht nur das: Es ist auch machbar. Wir meinen: Die Banken könnten auf diesem Gebiet wieder Boden gut machen, wenn sie die Zeichen der Zeit jetzt erkennen und handeln. Wir sagen Ihnen, wie.

Riesenchance für Banken: Vom e-Mandat zur e-Identity

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Der Satz, den Gorbatschow angeblich so nie gesagt haben soll, ging trotzdem in die Geschichte ein. Und könnte auch zur bitteren Wahrheit für die Bankenindustrie werden, wenn sie die digitale Transformation verschläft. Denn ein verändertes Konsumentenverhalten schafft neue Anforderungen. Viele Kunden besuchen kaum noch Bankfilialen. Vielmehr erwarten sie qualitativ hochwertige Webseiten, individuelle Betreuung und innovative Zahlungsinstrumente sowie eine vertrauensvolle Sicherheit in der Zahlungsabwicklung. So die Ergebnisse der Studie „Finanzkunden im digitalen Zeitalter verstehen“.

Aber: Diese Entwicklung wird mittlerweile von vielen Nicht-Banken („FinTechs“) bedient. Diese drängen die Banken zunehmend aus ihren angestammten Geschäftsfeldern. Hier gilt es nun unverzüglich den Staffelstab aufzunehmen, Innovationsfreude zu beweisen und marktgetriebenen Ansätzen der digitalen Transformation endlich die Aufmerksamkeit zu schenken, die eine erfolgreiche Performance am Markt erfordert.

Nicht die Butter vom Brot nehmen lassen

Ein Aspekt eben dieser Entwicklung sind digital instruierte und autorisierte Zahlungen. Banken sollten sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und genau dieses Feld besetzen, um zum zentralen Authentifizierungs- und Autorisierungspartner für verschiedenste elektronische Zahlungsabwicklungen zu werden. Das ist aber nur der erste Schritt. Banken könnten darüber hinaus den papierlosen Umgang mit Behörden und Unternehmen unterstützen und damit sogar zum zentralen e-Identity-Partner werden.

Besonders beim e-Commerce (eBay, Amazon usw.) werden elektronisch authentifizierte Zahlungen immer wichtiger. Für den Online-Handel ist es unrealistisch, Abschlüsse oder Services durch Erteilen oder Zusenden papierhafter Lastschriftmandate zu unterstützen. In diesem Zusammenhang hat der EPC (European Payments Council) bereits 2008 ein e-Mandat spezifiziert, das es den Banken ermöglicht, SEPA-Lastschrift-Mandate über elektronische Kanäle zu erteilen und somit ihren Kunden ein papierloses Mandatsmanagement (e-Mandatsservice) anzubieten.

Papierlose Mandate geben z.B. einem Online-Händler (Kreditor) die Sicherheit, dass der Käufer (Debtor) über ein angegebenes Konto tatsächlich verfügungsberechtigt ist, da die Bank des Debtors die Korrektheit der Mandatsdaten gewährleistet (digitale Autorisierung).

Vertrauenswürdige Plattform schaffen

Der e-Mandatsservice basiert auf dem e-Operating-Modell, dessen erklärtes Ziel die Schaffung einer vertrauenswürdigen Plattform für Modelle/Prozesse offener Netzwerke ähnlicher Struktur ist. Wobei diese Plattform ein adäquates Maß an Sicherheit und Interoperabilität im e-Commerce bietet. Das bedeutet nichts anderes als die Gewährleistung zuverlässiger Transaktionen zwischen Parteien, die über das Internet kommunizieren. Grundlage sind die vertraglichen Beziehungen zwischen den jeweiligen Parteien und/oder Banken. Impliziert sind Attribute wie garantierte Zustellung, Nachweisbarkeit, Datenintegrität, Verschlüsselung und Komprimierung der ausgetauschten Informationen sowie nicht zuletzt die oben beschriebene Authentifizierung.

Und hier eröffnet sich eine großartige Chance für Banken: Sie können die Möglichkeiten eines solchen Mandats-Managements voll ausschöpfen, denn die Plattform unterstützt theoretisch beliebige Services (Offerings) immer dann, wenn eine Autorisierung (e-Identity) verlangt wird. Die Banken können sich damit als zentraler e-Autorisierungspartner für (End-)Kunden positionieren.

Verlorene Marktanteile zurückgewinnen

Nicht nur der e-Commerce wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wachsen, zunehmen werden auch die Use Cases für e-Autorisierungen (Behörden- und Amtsgeschäfte, Kreditkartenanträge usw.). Die Botschaft der Banken muss lauten: „Wir sind die zentralen e-Autorisierungs- bzw. -Identity-Partner.“ Die damit einhergehende steigende Frequentierung der bankeigenen Internetseiten ergibt wiederum nachgelagerte Möglichkeiten der Werbung und/oder Datenerhebungen und eröffnet nicht zuletzt die Möglichkeit, die im Bereich der Zahlungsabwicklung verloren gegangenen Marktanteile wieder zurückzugewinnen.

Dieser Schritt ist anspruchsvoll, und maßgeschneiderte Offerings müssen generiert werden. Eine Realisierung wäre dennoch recht einfach umzusetzen. Die Infrastruktur besteht bereits, sichere Online-Banking-Kanäle existieren, was Investitionskosten vergleichsweise gering halten würde.

Fit werden für e-Identity

CGI verfügt über ein Portfolio an erfahrenen Experten mit langjähriger praktischer Erfahrung in ZV- und SEPA-Projekten. Mit diesem breit gefächerten Know-how unterstützen wir bereits global agierende Banken bei der Bewältigung der Anforderungen der SEPA-Umstellung. Durch unser Engagement im „Core & Transactional“-Bereich sind wir stets mit den aktuellen Trends vertraut. Wir informieren Sie über neue Entwicklungen und wir bieten Ihnen sowohl eine strategische als auch eine technische Beratung an. Kurz: Wir machen Sie bereit für das e-Identity-Geschäft.


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01.04.2015
Kategorien:
Ausgabe 11 - 2015
Core & Transactional Banking

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