Compliance

Ein Blick durchs Schlüsselloch: Was steht auf der To-do-Liste der EU?

Bei der EU geht es immer heiß her: Viele neue Gesetzesvorhaben kursieren in der EU-Kommission und im Europäischen Parlament. Dabei fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten. Wir präsentieren Ihnen eine übersichtliche Liste mit allen laufenden Gesetzgebungsverfahren aus dem Finanzbereich. Damit Sie wissen, was auf Sie zukommt – so können Sie vorausschauend planen und kommen leichter mit der neuen Rechtslage zurecht.

Anlegerschutz und bessere Vorbereitung für den Fall einer neuen Finanzkrise – diese Ziele verfolgt die Europäische Union aktuell mit einer Vielzahl von Gesetzgebungsvorhaben. Mit dieser Tabelle geben wir Ihnen einen Überblick über alle anstehenden Vorhaben. Damit können Sie notwendige Anpassungen in Ihrem Unternehmen rechtzeitig planen und Budgets vorsehen. In weiteren Ausgaben dieses Newsletters werden wir Ihnen einzelne Vorhaben genauer erläutern und Sie mit aktuellen Details versorgen.

Aktuelle Gesetzgebungsvorhaben der Europäischen Kommission (Zustimmung durch das Europäische Parlament ist zu erwarten)

Zum Vergrößern der Tabelle - bitte anklicken.

 

Beispiel MiFID II

Kern dieses Regelungssystems ist die Revision der Richtlinie über Wertpapierdienst-leistungen, besser bekannt als „MiFID II“. Sie soll bis Ende 2012 beschlossen und voraussichtlich bis 2015 umgesetzt werden. 

Während MiFID I noch den Wettbewerb der unterschiedlichen Handelsplätze gestärkt hatte, nimmt MiFID II diesen Trend zurück: Insbesondere bringt die Richtlinie für außerbörsliche Märkte Regeln, die denen für Börsen ähneln. Auch wird es eine einschneidende Änderung in der Meldepflicht bei außerbörslichen Transaktionen geben: Momentan müssen Banken im außerbörslichen Wertpapiergeschäft ihre Aktiengeschäfte innerhalb von drei Minuten melden. Nach MiFID II müssen sie sämtliche außerbörslichen Geschäfte, also zum Beispiel auch mit Anleihen, melden – und zwar in Echtzeit. Außerdem soll MiFID II die Honorarberatung gegenüber der Provisionsberatung stärken. 

Was bedeutet das für Banken? 

Alle neuen Regelungen stellen höhere Anforderungen an den Finanzsektor. Vor allem müssen Banken sich darauf vorbereiten, ihre IT-Systeme umzustellen und aufzurüsten. Da die Änderungen teilweise hohen Aufwand und Kosten verursachen, ist es sinnvoll, schon jetzt Verantwortliche für die Einführung der Änderungen zu benennen. Eine Vorstudie könnte helfen, das Budget, eigenes Personal und den Einsatz externer Berater zu planen. Denn wie immer gilt: Frühzeitige Information und rechtzeitige Planung verringern den Aufwand zum Stichtag erheblich.


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02.07.2012
Kategorien:
Ausgabe 1 - 2012
Risk & Compliance

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