Reputation

Financial Crime: Die richtigen Strategien gegen Geldwäscher

Betrugsmanagement in Zeiten digitaler Transformation: Das lässt sich nicht mit links erledigen. Wir zeigen, worauf es beim sicheren Umgang mit Daten ankommt und wie Sie auch bei Echtzeit-Prozessen das Heft in der Hand behalten.

Das Management von Financial Crime in Zeiten digitaler Transformation

Zwar waren Finanzdienstleister von Beginn an im Fokus der Behörden, doch die Vorgaben haben sich vervielfältigt und sind immer komplexer geworden. Dabei gilt es, das Spannungsfeld zwischen Budget- und Kostendruck sowie komplianten Handelns zu meistern. Hinzu kommt, dass die Täterpathologie in diesem Bereich sehr diversifiziert ist: Betrugsmuster lassen sich in der Regel nur mit großem Aufwand aufspüren, weil sie äußerst raffiniert in den internationalen Zahlungsverkehr eingeschleust werden.

Eine Sanktionierung ist für Finanzdienstleister gravierend - nicht nur finanziell, sondern gerade auch im Hinblick auf die Reputation. Es gibt zahlreiche Beispiele aus jüngster Vergangenheit für massive Sanktionen, insbesondere des OFAC der Vereinigten Staaten.

Betrugsmanagement und Digitalisierung

Begriffe wie „Blockchain” und „Digital Banking“ sind zentrale Themen, die in naher Zukunft erhebliche Relevanz für Finanzdienstleister und für eine Vielzahl ihrer Produkte erlangen. Ein Handling von Prozessen in Echtzeit birgt zusätzliche Anforderungen:

  • Strukturiertes Datenmaterial: In Zeiten von Social Media, Clouds u. a. ist häufig zu beobachten, dass Daten nicht strukturiert sind. Die Täter machen sich diese „Unstruktur“ zunutze: Das Einschleusen von Hacking und diversen Betrugsmustern bis hin zu völlig neuen Arten von Wirtschaftskriminalität wird begünstigt. Die Einführung und Wahrung von strukturiertem Datenmaterial ist daher von großer Bedeutung.
  • Leistungsfähige Plattform im Bereich Financial Crime: Das Handling von Financial Crime geht immer einher mit einem Screening von einem riesigen Datenvolumen. Daher ist eine Plattform (in real-time abrufbar), die dem enormen Datenmaterial gewachsen ist, zentrale Instanz zur Herstellung von Compliance in diesem Bereich. Operationales und IT-Know-how sind die Voraussetzung, um ein ganzheitliches Verständnis für diese Prozesse aufzubringen.
  • Intelligentes Selbstlernen (Intelligent Self Learning – ISL): Um künftige Prozesse wie die Durchführung von Transaktionen in Nanosekunden durchführen zu können, sollte eine Plattform ein Modul „ISL“ aufweisen. So können Delinquenten von anderen Kunden umgehend unterschieden und eine Transaktion gemäß den Real-time-Vorgaben prozessiert werden (Separation good guys/bad guys).
  • Kasuistik (Case Management): Ebenso wie ISL ist eine Kasuistik zur Verarbeitung von Prozessen in Echtzeit relevant: Ein Kundenverhalten ist oft nicht ausschließlich über ISL vollständig zu erfassen. Hauseigene Lessons Learned können zusätzlich im Case Management prüfungssicher und zugänglich für die Verantwortlichen abgelegt werden.

Silobildung – ja oder nein?

Häufig gliedert sich Compliance in einzelne Silos, zuständig für Themen wie AML, Betrugsmanagement, Interne Ermittlungen etc. Für zahlreiche Finanzdienstleister kann eine Silo-Auflösung hin zu einem Gesamtprozess (AML und Financial Crime - Fraud and AML = FRAML) sehr sinnvoll sein. Dies wird maßgeblich von der Größe des Hauses und seiner Ausrichtung abhängig sein. Gerade für Retail- und Wholesale-Banking birgt eine Silobildung die Gefahr, mögliche Synergien zu verschleißen. Unter Berücksichtigung künftiger Trends wie Digitalisierung kann eine einheitliche Plattform, quasi als „Steuerungszentrum“, für alle Themen im Bereich von Financial Crime Vorteile bringen. IT-Tools, die für einzelne Themen wie AML oder Betrugsmanagement eingesetzt wurden, können hier in einer einheitlichen „Steuerungszentrale“ unter Ausnutzung bestmöglicher Synergien zusammengeführt werden.

(Grafik „Command and Control Centre I“)

Kunden wünschen effizienten Schutz

Die Transformation von Prozessen zur Anhebung auf Digital Banking wird Finanzdienstleistern viel abverlangen. Man kann dies als Bürde, aber auch als Chance sehen. Das Management von Financial Crime geht weit über eine reine Abteilungsbezeichnung hinaus. Gerade im Bereich Retail-Banking ist Kundenloyalität sehr wichtig: Einer Studie zufolge wünschen sich mehr als 90 Prozent der Bankkunden einen effizienten Schutz gegen Incidents. Und weniger als die Hälfte sind der Auffassung, dass ihre Bank hinreichende Maßnahmen etabliert hat.

Gerade das Management, aber auch eine Bank in ihrer Gesamtheit kann die Integrität des eigenen Instituts durch kompliante Prozesse nach außen hin spiegeln und somit einen hohen Zweitgewinn erzielen.

Unterstützung durch CGI

CGI bietet ein breites Beratungsspektrum im Bereich der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität an. Sowohl im Transaktionsscreening als auch im Fraud Management wurden hier hochleistungsfähige Lösungen entwickelt (HotScan; Centaur). Wir beraten Sie von der GAP-Analyse über Fragen der Institutsarchitektur bis hin zum Prozess- sowie IT-Management. Vertrauen Sie unserer Erfahrung. Denn wir sind der Meinung: Das Management von Financial Crime ist nicht nur eine Herausforderung, sondern gleichzeitig auch eine Chance für Ihr Unternehmen.


Artikel empfehlen:

01.04.2016
Kategorien:
Ausgabe 15 - 2016
Risk & Compliance
Digital Insight

Schlüsselwörter
Reputation

Aktuelles von Experten für Experten