Künstliche Intelligenz

Intelligente Maschinen: Sie reden und lernen

Der Assistent der Zukunft ist eine Maschine. Eine, die selbstständig arbeitet und sogar Gespräche führen kann. Was noch wie eine Utopie klingt, ist in Ansätzen bereits Wirklichkeit. Wir zeigen Ihnen die Vorteile von kognitiven Technologien.

Maschinen, mit denen man reden kann und die eifrig dazulernen – ist längst Realität. Schon jetzt bietet Big Data Analytics Unternehmen immense Möglichkeiten. Die Technologien hierfür werden immer schneller, intelligenter und komfortabler – und machen aus Datenbergen binnen Sekunden eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Informationen zu Geschäftsentwicklungen, dem Einsatz von Ressourcen oder der Budgetierung. Doch Big Data Analytics ist noch mehr. Es ist auch der Wegbereiter in eine neue Ära: das Zeitalter der lernenden und kognitiven Systeme.

Aus Fehlern lernen

Menschen werden schon bald Dialoge mit intelligenten Maschinen in natürlicher Sprache führen. Kognitive Systeme wie Alexa von Amazon oder das Computersystem Watson von IBM können ihre künstliche Intelligenz trainieren und so immer besser und präziser werden. Ähnlich dem Menschen folgen die Systeme dabei den Prinzipien: aus Fehlern und Erfolgen lernen, Rückschlüsse ziehen, Muster erkennen. Sie werden so zu einem intelligenten Assistenten für wirtschaftliche Fragestellungen. Basierend auf natürlicher Sprache, liefert das Programm Prognosen, identifiziert Schwachstellen und Fehler oder visualisiert Ergebnisse in Diagrammen, Koordinatensystemen und Tabellen. Die notwendigen Informationen sucht sich die Software selbstständig zusammen und bereitet sie in Sekundenschnelle auf. Ein System wie IBM Watson vereint maschinelles Lernen und andere Technologien der künstlichen Intelligenz in einem System.

In der Financial Service-Branche ist der Einsatz von kognitiven Lösungen besonders geeignet, weil große Mengen strukturierter und unstrukturierter Daten zu analysieren sind, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Finanz-Performance eines Unternehmens stehen. Das System kann trainiert werden, Assessments immer exakter durchzuführen. Damit erhalten z.B. Audit-Teams sehr viel schneller präzise Bewertungen und Einblicke und können auch Anomalien schneller erfassen und ihnen auf den Grund gehen.

Kognitive Lösungen sind ideal, um den drei größten Herausforderungen zu begegnen:

  • Informationsflut
  • kompetente Kunden
  • Risikomanagement und Compliance

Informationsflut

Finanzdienstleistungsunternehmen konsumieren und verwalten eine Menge an Daten, um die Entscheidungsfindung zu unterstützen, Kunden zu gewinnen und zu halten, Risiken zu reduzieren und die Einhaltung von Vorschriften zu gewährleisten. Die Menge an Daten kann für Einzelpersonen eine enorme Herausforderung darstellen: Denn sie sollen in ihrem Fachgebiet auf dem Laufenden bleiben oder auch für Führungskräfte Entscheidungen treffen. Selbst hochqualifizierte Fachleute verbringen jeden Tag viel Zeit, um sich durch die Informationsflut zu kämpfen.

Darüber hinaus befinden sich Daten in verschiedenen Systemen und Anwendungen. Eine kognitive Lösung wie IBM Watson ist bestens für große Datenmengen geeignet und begegnet dieser Herausforderung auf zwei Arten. Die Lösung bietet einen einheitlichen Zugang über eine breite Palette von Quellen, und sie fügt den Inhalt hinzu, indem Information und Analytik aus mehreren Quellen kombiniert werden. Anstatt viele Standorte zu suchen, können Benutzer auf umfassende und kontextuell relevante Informationen in einer einzigen Ansicht zugreifen.

Kompetente Kunden

Die heutigen Kunden sind mehr vernetzt, informiert und autonomer als je zuvor. Sie sind in der Lage, vielfältige Auskünfte vor dem Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung einzuholen. Sie haben sofortigen Zugang zu Bedingungen und Preisen von mehreren Anbietern sowie unabhängige Auswertungen von Experten und Kollegen über Crowdsourcing.

Weil sich diese kompetenten Kunden zunehmend auf Internet und mobile Dienste verlassen, um ihre Finanzen zu verwalten, haben sie viel höhere Erwartungen an menschliche Interaktionen, die persönlich, telefonisch oder per Online-Chat stattfinden können. Mit einer Analytics-Lösung können Firmen einen 360-Grad-Blick auf Kunden bekommen: Kundenorientierte Profis erhalten die Informationen, die sie schnell benötigen, um die Bedürfnisse eines jedes Kunden zu verstehen und die Interaktion zu erweitern. So können sie sehen, welche Produkte der Kunde besitzt, können neue oder aktive Kunden-Service-Probleme erkennen, aber auch bevorstehende Lebensereignisse in Familie und wirtschaftlichem Umfeld.

Risikomanagement und Compliance

Obwohl viele Faktoren die Governance eines Unternehmens, das Risiko und die Compliance-Strategie beeinflussen, ist eine ständige Herausforderung für Entscheidungsträger deutlich sichtbar: die Aktivitäten im gesamten Unternehmen im Blick zu haben. Traditionsgemäß verlassen sich Führungskräfte auf Dashboards, die Auskunft über den Entwicklungsstand eines Unternehmens geben, sowie auf Analytics, die entwickelt wurden, um Inkonsistenzen und potenzielle Bedrohungen zu erkennen. Kombiniert mit einer Risk-Aware-Kultur auf allen Ebenen der Firma, kann dieser Ansatz helfen, direkte Bedrohungen und Compliance-Probleme zu identifizieren - aber nur in dem Ausmaß, wie sich diese Bedrohungen in strukturierten Daten widerspiegeln. Schätzungen zufolge sind aber etwa 80 Prozent aller Daten unstrukturiert. Diese Daten sind jedoch nicht vom Risiko und von der Einhaltung der Vorschriften ausgeschlossen. Mit anderen Worte: Firmen brauchen einen Weg, um diese unstrukturierten Dokumente und Mitteilungen zu überwachen. Kognitive Technologien bieten dafür eine Lösung.


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20.04.2017
Kategorien:
Ausgabe 18 - 2017
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