MiFID II

MiFID II: Der Kunde wird Kaiser

Der Anleger rückt europaweit erneut in den Focus: Er soll noch besser geschützt werden. Information und Aufklärung sind die entscheidenden Schlagworte. Was schön für den Kunden ist, bedeutet ziemlich viel Arbeit für die Finanzinstitute. Damit Sie wissen, was alles auf Sie zukommt, sollten Sie schon jetzt eine Vorstudie anlegen. Wir helfen Ihnen dabei.

MiFID II: Der Kunde wird Kaiser

„Armut ist der beste Schutz vor Besitzverlust“, hat mal ein zynischer Zeitgenosse festgestellt. Was gewiss nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Deshalb haben schon vor einem Jahrzehnt die EU-Finanzexperten MiFID I auf den Weg gebracht. Der Verbraucher (als Anleger) und sein Vermögen sollten besser geschützt werden. Bevor der Kunde sein Geld in Wertpapieren anlegt, muss er umfassend, seiner Erfahrung als Anleger entsprechend, über die Produkte informiert und über die Risiken aufgeklärt werden. Nun soll der Anlegerschutz erneut verbessert werden – mit MiFID II. Die neue Finanzmarktrichtlinie tritt planmäßig 2017 europaweit in Kraft. Für die betroffenen Wertpapierfirmen und Finanzinstitute geht die Umsetzung mit teilweise enormen Veränderungen einher. CGI empfiehlt, bereits jetzt eine Vorstudie zu erstellen, um rechtzeitig das Budget planen und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können.

Was sind die Kernelemente von MiFID II?
  • Erfassung aller Handelsplätze: Betroffen sind jetzt auch organisierte Handelsplätze (OTF).
  • Neue Organisationspflichten: Alle Handelsplätze müssen u.a. die Belastbarkeit und ausreichenden Kapazitäten jederzeit gewährleisten. Wertpapierfirmen müssen die telefonische und elektronische Kommunikation mit dem Anleger aufzeichnen.
  • Erweiterte Informationspflicht: Die Handelsplätze müssen ihre Jahresdaten hinsichtlich der Ausführungsqualität (z.B. Angaben zu Kursen, Wahrscheinlichkeit und Schnelligkeit der Auftragsausführung) auf ihren Plattformen verständlich und gebührenfrei veröffentlichen. Wenn eine Auftragsausführung außerhalb der geregelten Märkte erfolgen kann, muss die Wertpapierfirma darauf hinweisen und die Zustimmung des Kunden hierfür einholen. Verbesserter Anlegerschutz: Dazu zählen u.a. die Beratungsunabhängigkeit, die kundenspezifische Eignung der empfohlenen Finanzinstrumente (z.B. Abstimmung mit den persönlichen Merkmalen des Kundenprofils) sowie die detaillierte Aufstellung für alle Bestandteile eines „Pakets“ (sämtliche Einzelpositionen samt Kostennachweis usw.). Darüber hinaus muss der Kunde ausführlich informiert werden, ob er unabhängig beraten wurde.
  • Regulierung der Datenbereitstellung: Die Data Reporting Services unterliegen einer Zulassungspflicht durch ESMA. Die Handelsplätze werden verpflichtet, die Vor- und Nachhandelsdaten auf kaufmännischer Basis gesondert offenzulegen.
Was bedeutet MiFID II für Ihr Unternehmen?

Die neuen Vorschriften führen zu einer ganzen Reihe von administrativen und systemtechnischen Anpassungen. Allein die Aufzeichnung von Anlageberatungsgesprächen ist oft recht aufwändig – normale Telefonanlagen sind dafür nicht ausgelegt. Deshalb raten unsere Experten zu einer Vorstudie, um herauszufinden, welche Änderungen und Anpassungen im Geschäftsbetrieb notwendig werden. Dass man diese Untersuchungen nicht auf die lange Bank schieben sollte, haben unsere Erfahrungen mit MiFID I gezeigt: Viele Unternehmen haben damals zu spät reagiert und am Markt das Nachsehen gehabt.

CGI kann die betroffenen Unternehmen schon bei der Vorstudie unterstützen und später auch die Umsetzung betreuen – angefangen von Schulungen der Mitarbeiter über die komplette IT-Anpassung bis hin zur Datenarchivierung. Unsere Experten verfügen über profunde Erfahrungen und ein exzellentes Know-how in Analyse, Beratung und praxistaugliche Realisierung. Unser Extra: Unsere Fachleute mit „Hand on“-Mentalität stehen auch nach der Umsetzung unseren Kunden mit Rat und Tat zur Seite.


Artikel empfehlen:

01.06.2014
Kategorien:
Ausgabe 8 - 2014
Risk & Compliance

Schlüsselwörter
MiFID II

Aktuelles von Experten für Experten