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Schattenbanken: Transaktionen im Focus

Schattenbanken sollen ins Licht rücken. Da sind sich die Finanzexperten weltweit einig. Denn mit den gewaltig gestiegenen Umsätzen steigen auch die Risiken für den gesamten Kapitalmarkt. Der Ruf nach stärkeren Regulierungen wird lauter. Wir helfen bei der Umsetzung.

Schattenbanken, also Unternehmen, die wie Banken handeln, aber nur einer lückenhaften Kontrolle unterliegen, sollen stärker reguliert werden. Die Forderung stand bereits seit Beginn der globalen Finanzkrise vor sechs Jahren im Raum. 2009 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen im Rahmen des G-20-Gipfels, den außerbörslichen Derivatehandel transparenter und sicherer zu machen.

2012 wurde die „European Market Infrastructure Regulation“ (EMIR) erlassen, die für alle EU-Mitgliedsländer gilt. Auf dem G-20-Gipfel im September in Sankt Petersburg wurde nun eine härtere Gangart gefordert und ein Zeitplan verabschiedet. Demnach soll der Rat für Finanzstabilität, der „Financial Stability Board“ (FSB), 2015 auf dem G-20-Gipfel über die Fortschritte der Kontrollen berichten.

Als besonders problematisch gilt die Tätigkeit der Schattenbanken wie Hegdefonds oder Private-Equity-Firmen, weil sie immer mehr an finanzieller Bedeutung gewinnen. Der FSB schätzte den Umsatz der Schattenbanken Ende 2011 auf weltweit 67 Billionen Dollar. Damit hat sich die Bilanzsumme innerhalb von knapp zehn Jahren mehr als verdoppelt. Der Grund: Die Verschärfung der regulatorischen Auflagen für Banken und in Teilen auch für Versicherungen führte dazu, dass Risiken und geschäftliche Aktivitäten aus den Bilanzen der Banken in die unregulierten Bereiche des Schattenbankensektors verschoben wurden.

Diese gewaltigen Summen und die sehr engen wechselseitigen Abhängigkeiten innerhalb des Finanzsektors machen aus Sicht der G-20-Länder eine verstärkte Regulierung unumgänglich. Insbesondere die Forderung des FSB nach einem erweiterten Konsolidierungskreis und erhöhte Kapitalanforderungen an die im Schattenbankensektor tätigen Unternehmen sollen hier entgegenwirken.

Weiterhin stehen im Fokus des FSB die häufig durch Banken zur Refinanzierung genutzten Geldmarkt-Fonds, die Money Market Fonds (MMF). Hier soll eine verbindliche Definition der weiterhin zulässigen Assets sowie eine „fair value“-Bewertung des Portfolios klare, weltweit gültige Standards setzen. Zusätzlich sollen auch die MMF ihr Risiko- und Liquiditätsmanagement verbessern, etwa indem sie eine Reserve an liquiden Mitteln vorhalten und sich periodischen Stresstests unterziehen. Wesentliches Ziel ist es zu verhindern, dass sich ein Abzug liquider Mittel durch die Anteilseigner eines MMF schlagartig auch auf die mit dem MMF verbundenen Banken auswirkt.

Neben der angestrebten unmittelbaren Regulierung der Schattenbanken werden auch Geschäfte dieser Institutionen einer verschärften Regelung unterworfen. Insbesondere die Finanzinstrumente, die häufig unmittelbar gehandelt wurden (OTC-Geschäfte), stehen seit der Lehman-Pleite im Jahr 2007 im besonderen Fokus. Somit waren die Vorschläge des FSB im November 2012, die auf eine Regulierung dieser Geschäfte und der damit verbundenen Kapitalflüsse abzielen, nur folgerichtig.

Vor allem bei der international einheitlichen Umsetzung der EMIR-Prozesse auf Basis eines angestrebten CCP-Clearings stehen Ihnen die CGI-Berater in fachlichen und technischen Problemstellungen zur Seite. Bereits jetzt beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit den angestrebten internationalen aufsichtsrechtlichen Regelungen für Banken und Nicht-Banken. Insbesondere die Handelssysteme (z.B. „Kondor+“ oder „Summit“) und Systeme für Clearing Confirmation („MarkitWire“) sowie das klassische Clearing Processing stehen im Mittelpunkt unserer Leistungen.


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01.10.2013
Kategorien:
Ausgabe 5 - 2013
Regulatory Reporting

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