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SEPA 2.0: Ein weiterer Schritt in die Zukunft

Schneller und sicherer sein Geld loswerden, und das in ganz Europa: SEPA macht’s möglich. Mit der Einführung von „1.0“ wurde der Grundstein gelegt für einen einheitlichen bargeldlosen Zahlungsverkehr auch über Ländergrenzen hinweg. Nun folgt der nächste Schritt mit „SEPA 2.0“. Damit wird der Zugang zum Zahlungsverkehrsmarkt ein Stück erweitert. Was bedeutet das für die Geldinstitute? Wir haben Antworten auf Ihre Fragen.

„SEPA 2.0“: Einfacher und effizienter

IBAN und BIC statt Bankleitzahl und Kontonummer: Seit dem 1. August 2014 gilt im Geschäftsverkehr das SEPA-Verfahren. In Deutschland wurden zu diesem Zeitpunkt mehr als 93 Prozent der Überweisungen und gut 86 Prozent der Lastschriften nach den neuen Richtlinien durchgeführt. Mit „SEPA 1.0“ wurde der Grundstein für einen einheitlichen bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa gelegt. Mit „SEPA 2.0“ folgt nun der nächste Schritt. Im Vordergrund steht die Erweiterung des Zugangs der Marktteilnehmer zu einem wettbewerbsfähigen Zahlungsverkehrsmarkt.

Was bedeutet „SEPA 2.0“?

Zum Stichtag 1. Februar 2016 treten zahlreiche Änderungen in Kraft.

Das elektronische Lastschriftverfahren (ELV) wird abgeschaltet und der Kartenverkehr über verordnungskonforme Verfahren abgewickelt. Mit der verbindlichen Einführung des „SEPA Cards Clearing“ (SCC) und der Standardisierung im europäischen Kartengeschäft auf den SEPA-Scheme wird ab dem 1. Februar 2016 der bisherige Massenzahlungsverkehr über das DTA-Verfahren (nationaler Datenträgeraustausch) seitens der Bundesbank eingestellt. Davon betroffen ist vor allem der Kartenzahlungsverkehr. Für die Teilnehmer ist eine technische Migration von DTA auf SEPA erforderlich.

Es endet die Übergangsfrist für private Nutzer, Inlandüberweisungen mit Kontonummer und BLZ vorzunehmen.

Grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der SEPA können nur mit Angabe des IBAN initiiert werden. Der Zwang zur Angabe des BIC entfällt. Banken werden weiterhin den BIC für den Interbankenverkehr bestimmen müssen.

Ab Oktober 2016 müssen alle Zahlungsdienstleister in den EU-Mitgliedstaaten (auch Nicht-Euro-Staaten) über den SEPA-Scheme erreichbar sein.

Welche Vorteile bietet „Sepa 2.0“?

Mit der Vereinheitlichung des europäischen Zahlungsverkehrs ergeben sich eine Reihe von Vorteilen und Verbesserungen:

     

  • Modernisierung der Prozesse und Infrastrukturen sowie Erhöhung der Effizienz der Cash-Management-Strukturen bei Banken und Unternehmen innerhalb der Eurozone
  • Transparente Datenstruktur und Überweisungsinformationen im XML-Format, was eine innereuropäische Abstimmung zwischen Zahlungen wesentlich vereinfacht – als Beispiel sei hier das standardisierte camt-Format (camt = CAsh ManagemenT) als Äquivalent zum bisherigen Kontoauszug zu nennen
  • Steigender Wettbewerb durch Abbau von Innovationsaversionen und Förderung neuer Entwicklungen im europäischen Zahlungsverkehrsraum
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Welche Konsequenzen ergeben sich aus „SEPA 2.0“?

Zehn Jahre Entwicklungsaufwand für „SEPA 1.0“ sind nach Auffassung der EU-Kommission ein zu langer Zeitraum. Man versprach sich marktgetriebene Ansätze zur Umsetzung der SEPA-Richtlinien. Die Festsetzung der Migrationsfristen war letztlich ein regulatorischer Eingriff in eine schleppende Entwicklung. Für „SEPA 2.0“ ist davon auszugehen, dass ein Augenmerk seitens der Regulierungsbehörden auf einer schnellen Umsetzung liegen wird.

Darüber hinaus müssen die Banken die gewohnte Komfortzone verlassen. Überweisung und Lastschrift sind Zahlungsinstrumente aus einer Zeit ohne Internet und „E-Commerce“. Dies hat nur mittelbar mit SEPA zu tun, aber die Entwicklung zeigt: Der Zahlungsverkehrsmarkt ist auch durch Nicht-Banken (z.B. Paypal) in Bewegung geraten. Die Banken müssen bereit sein, Änderungen im Konsumentenverhalten anzuerkennen und frühzeitig umzusetzen.

In Zeiten zunehmenden „E-Commerce“ (eBay, Amazon usw.) und der Konvergenz von Online-und Offline-Commerce nehmen elektronisch authentifizierte Zahlungen eine bedeutende Rolle ein. In dem Zusammenhang hat der EPC ein E-Mandat spezifiziert, das es den Banken ermöglicht, ihren Kunden ein papierloses Mandatsmanagement anzubieten. Beim Einzug einer Online-Lastschrift geben diese Mandate zum Beispiel einem Online-Händler (Kreditor) die Sicherheit, dass der Käufer (Debitor) über ein angegebenes Konto tatsächlich verfügungsberechtigt ist, da die Bank des Debitors die Korrektheit der Mandatsdaten gewährleistet.

Welche Unterstützung können wir bieten?

CGI verfügt über ein Portfolio an erfahrenen Experten mit langjähriger praktischer Erfahrung in ZV- und SEPA-Projekten. Auf Basis der „CGI Best Practice“ bieten wir zuverlässige und zeitgerechte Lösungen im Bereich der Business Analysis und des fachlichen und methodischen Projektmanagements. Zusammen mit uns können unsere Kunden die SEPA-Einführung zu einem erfolgreichen Abschluss bringen und den zukünftigen Entwicklungen im europäischen bzw. XML-basierten Zahlungsverkehr entspannt begegnen.


Artikel empfehlen:

01.12.2014
Kategorien:
Ausgabe 10 - 2014
Core & Transactional Banking

Schlüsselwörter
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